Warning: in_array() expects parameter 2 to be array, string given in /home/vhosts/5000161630/estland24.de/htdocs/wp-content/plugins/wordpress-mobile-pack/frontend/sections/show-rel.php on line 25

Tallinn

Tallinn, die Hauptstadt von Estland

Tallinn, die Hauptstadt von Estland

Die Hauptstadt Tallinn, früher bekannt unter dem Namen Reval, bildet das Zentrum des Landes und ist Besuchermagnet. Sie ist Dreh- und Angelpunkt, reisen doch die meisten Estland-Urlauber über Tallinn ein. Für eine europäische Hauptstadt ist Tallinn mit gerade einmal 400.000 Einwohnern vergleichsweise klein. Aber dieses fast familiäre Erscheinungsbild macht unter anderem ihren Reiz aus. Tallinn kann man in nur wenigen Tagen ganz gut kennenlernen, sodass sich auch ein verlängertes Wochenende für einen Städtetrip lohnt. Gleichzeitig gibt es aber so viele schöne Ecken, Besonderheiten und Eigentümlichkeiten zu entdecken, dass man auch eine Woche in der Stadt am Finnischen Meerbusen verbringen kann, ohne sich zu langweilen.

Tallinn hat Flair: Das gut erhaltene mittelalterliche Stadtbild mit seinen verwinkelten Kopfsteinpflastergassen, grundsoliden Stadtmauern, massiven Wehrtürmen und spitzgiebeligen Kaufmannshäusern ist hübsch anzusehen. Stadtführer schlendern in historischer Kluft über den Marktplatz, in kleinen Geschäften werden traditionelle Handwerkskunst und Wollwaren verkauft, mittelalterlich anmutende Restaurants mit Namen wie Olde Hanse oder Peppersack offerieren Wildschweingerichte, deftiges Knoblauchbrot und Honigbier. In der Altstadt, die seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, fühlt sich der Besucher in eine andere Zeit versetzt.

Das historische Tallinn bestand eigentlich aus zwei Stadtteilen: Auf dem Domberg residierten Geistliche und Adelige. In der Unterstadt lebte die Stadtbevölkerung, Kaufleute und Handwerker.

Zeit nehmen sollte man sich für einen Rundgang durch die Altstadt. Wir beginnen in der Unterstadt, am Rathausplatz: Hier findet seit vielen Jahrhunderten das öffentliche Leben statt. Restaurants und Cafés säumen den Platz, hier werden Feste, Märkte und Open-Air-Veranstaltungen abgehalten. Das hübsche Rathaus, erstmals 1322 erwähnt, thront mit seiner spätgotischen Fassade über der Szenerie. Wer möchte, kann über eine schmale Wendeltreppe in den Turm steigen und wird mit einem tollen Ausblick belohnt. Schräg gegenüber des Rathauses kann man die Rathausapotheke von 1422 bewundern – eine der ältesten Apotheken überhaupt.

Ein ständiger Begleiter bei der Besichtigung ist die alte, massive Stadtmauer. Sie entstand im 13. Jahrhundert. Heute sind noch immer viele der Türme erhalten. „Kiek in de Kök“ wird ein alter, sehenswerter Kanonenturm aus dem 15. Jahrhundert genannt. Heute beherbergt er das Museum zur Stadt- und Militärgeschichte. Die „Dicke Margarethe“, ein alter Wehrturm mit 25 Meter Durchmesser, beherbergt das Museum für Seefahrt. Zu „ihren Füßen“ findet sich das Denkmal „Katkenud liin“ (Unterbrochene Linie) – es ist den 852 Opfern des Untergangs des Fährschiffs Estonia 1994 gewidmet.

Die Viru-Pforte im Südosten der Altstadt ist noch als eine der beiden erhaltenen Stadtpforten zu bewundern. Ganz in der Nähe der Viru-Pforte findet täglich der Wollmarkt statt, auf dem Textilien und Kunsthandwerk verkauft werden. Die Pikk ist eine Straße, der man in Ruhe folgen sollte: Hier befinden sich die Gildehäuser. Im Schwarzhäupterhaus etwa residierten unverheiratete deutschstämmige Kaufleute. Die Fassade des hübschen Gebäudes ist im Stil der niederländischen Renaissance gehalten.

Nun in die Welt der Geistlichen und Adeligen: auf den Domberg. Hier ist das Schloss Tallinns zu besichtigen, heute Sitz des Parlaments. Das Gebäude hat sein jetziges Erscheinungsbild durch Umbaumaßnahmen unter Zarin Katharina II. im 18. Jahrhundert erhalten. Die benachbarte Alexander-Newski-Kathedrale entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Die Zwiebeltürme, ein durchweg russisches Architekturmerkmal, versinnbildlichen die Russifizierung Estlands. Vom Domberg hat man von einer Aussichtsplattform einen tollen Ausblick auf die Unterstadt.

Neben dem Mittelalterflair, dem Pittoresken und Verträumten gibt es aber auch ein anderes Tallinn: Außerhalb der Stadtmauern pulsiert das moderne Wirtschaftszentrum, weiter außerhalb in den Außenbezirken zeugen marode Wohnblöcke von der Zeit des Sozialismus. Eine Seite Tallinns, die man kaum vermuten mag, wenn man erst einmal in die hübsche Altstadt eingetaucht ist.

Außerhalb der Altstadt gibt es aber dennoch einiges Sehenswertes: Der Vorort Kadriorg entstand durch den Zaren Peter I., der hier eine Sommerresidenz errichten ließ – das Schloss Katharinental. Rund um das Schloss entstand ein vornehmes Viertel mit schmucken Holzhäusern. In der weitläufigen Parkanlage, das Schloss umgebend, ist auch das Estnische Kunstmuseum Kumu zu finden.

Für einen schönen Blick auf Tallinn kann man nach Pirita fahren. Hier liegt der Jachthafen und an dem Sandstrand sonnen sich die Esten bei schönem Wetter, Kiten oder Surfen bei gutem Wind.

Tipp: Wer es lieber etwas ruhiger mag, sollte Tallinn unter der Woche besuchen. Am Wochenende fallen unzählige Urlauber ein, unter anderem viele Finnen (Helsinki ist nur 80 Kilometer entfernt), die dem kostengünstigen Alkohol frönen, und machen Tallinn zur Party-Stadt.

Städtereisen nach Tallinn werden von verschiedenen Veranstaltern angeboten, so auch beim Baltikum-Spezialist Schnieder Reisen. Außerdem ist Tallinn Ausgangspunkt der meisten Rundreisen durch Estland.