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Insel Saaremaa

Bischofsburg in Kuressaare, Estland

Bischofsburg in Kuressaare, Estland

Die größte Insel Estlands heißt Saaremaa und liegt im Westen des Landes. Sie ist auch unter dem deutschen Namen Ösel bekannt. Steinmauern aus Findlingen, Schilfdachhäuser und Bockwindmühlen prägen das Erscheinungsbild.

Etwa 35.000 Einwohner hat Saaremaa, die meisten davon sind Esten. Durch die isolierte Lage hat die Russifizierungspolitik der Sowjets hier kaum gegriffen. Zudem war Saaremaa während der Sowjetzeit Sperrgebiet.

Die Hauptstadt der Insel, Kuressaare (früher Arensburg), präsentiert sich mit einer mittelalterlichen Burg. Die nahezu unversehrte Bischofsburg liegt im heutigen Stadtpark. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde der „Lange Hermann“, der zentrale Turm der Anlage, erbaut. Es wird vermutet, dass es bereits im 11. Jahrhundert eine erste hölzerne Festung an dieser Stelle gegeben haben soll. Die Bischofsburg beherbergt heute ein Museum zur Geschichte der Insel.

Es gibt viele weitere interessante Orte zu entdecken. Im Norden der Insel liegt Angla. Hier stehen an windexponierter Stelle fünf der berühmten Windmühlen Saaremaas. Sie sind ein typisches Bild auf der Insel, von ihnen soll es einmal mehrere Hundert gegeben haben. Der Meteoritenkrater von Kaali entstand vermutlich vor 4.000 Jahren. Um ihn ranken sich zahlreiche Mythen. Und bei Viki ist der Bauernhof Mihkli zu besichtigen: Ein alter Hof mit Schmiede, Windmühle und Dorfschaukel gibt einen Einblick in das bäuerliche Leben der Vergangenheit.

Saaremaa und die Hauptstadt Kuressaare sind zudem, wie so viele Orte an der Westküste, für Kuraufenthalte bekannt. Schon 1840 wurde hier das erste Spa eröffnet. Noch heute ist es ein beliebter Ort für Kur- und Erholungsurlaub. Wer nach einem ereignisreichen Städtetrip nach Tallinn ein wenig die Seele baumeln lassen möchte, ist hier genau richtig.

Die Natur ist durch mildes Seeklima und einen kalkhaltigen Boden geprägt. Dies führt zu einer einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt. Viele der hier vorkommenden Pflanzenarten stehen unter Schutz, dazu zählt der seltene Saaremaa-Klappertopf. Die Tierwelt wird von Vögeln dominiert, viele Zugvögel machen hier Rast. Auf Saaremaa befindet sich neben anderen Naturschutzgebieten auch der Nationalpark Vilsandi – ein Paradies für Vogelbeobachtung.

Die Anreise nach Saaremaa erfolgt in der Regel mit der Fähre vom estnischen Festland, es sind aber auch Flüge ab Tallinn möglich. Wer die Fähre mit dem Auto nutzen möchte, sollte dies vor allem in der Hochsaison, zu Kulturveranstaltungen und zum Johannistag vorab reservieren. Mit der Nachbarinsel Muhu ist Saaremaa über einen Damm verbunden, der erlaubt, zu Fuß, per Fahrrad oder Auto zu passieren.