Geografie

Estland24

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Estland liegt im Nordosten Europas an der Ostsee (auch Baltisches Meer genannt) und ist das kleinste und nördlichste Land der baltischen Staaten. Die Landesfläche beträgt etwa 45.000 Quadratkilometer, damit ist Estland nicht einmal so groß wie Niedersachsen und mit insgesamt nur 1,3 Millionen Einwohnern zudem sehr dünn besiedelt.

Es bestehen Landesgrenzen zu Russland im Osten und zu Lettland im Süden. Die Küstenlinie ist, wenn man die Inseln berücksichtigt, mehr als 3.500 Kilometer lang. Insgesamt zählt Estland etwa 1.500 Inseln, die größten und bekanntesten sind Saaremaa, Hiiumaa und Muhu.

Estland ist sehr flach, die höchste Erhebung ist der Suur Munamägi (318 Meter) im äußersten Südosten. Der Peipussee (Peipsi järv) ist der größte See des Baltikums. Seine Fläche beträgt 3.555 Quadratkilometer, das ist achtmal soviel wie der Bodensee. Er ist 140 Kilometer lang, an der breitesten Stelle misst er 50 Kilometer. Durch den Peipussee verläuft die Landesgrenze zu Russland. Das Ufer des Sees ist vor allem mit Schilf bewachsen, an der nördlichen Küste finden sich lange, einsame Sandstrände.

Estland weist trotz der kleinen Fläche zahlreiche Landschaftsformen auf: Sandstrände, Steilküsten und Inseln, Moore, Wälder, Sümpfe und Seen, Hügel- und Kulturland. Wälder bedecken mehr als 50 Prozent der Landesfläche, Moore etwa 20 Prozent. Sie bilden einen wichtigen Lebensraum für die vielfältige Flora und Fauna.

Die steile Kalksteinküste (Glintküste) im Norden ist Zeitzeuge der Erdgeschichte: Sie entstand vor Jahrmillionen aus kalkhaltigen Ablagerungen fossiler Meeresorganismen. Darin eingebettet liegt Ölschiefer, Estlands wichtigste Quelle für fossilen Brennstoff. Dieser wird vor allem in der Gegend von Kohtla-Järve im Norden des Landes abgebaut. Riesige Abraumhalden sind die weithin sichtbaren Zeugen dieses Industriezweigs.

Das Klima Estlands ist kühl-gemäßigt. Die Winter sind kalt, die Sommer mäßig warm, wobei das Thermometer durchaus auf 30 °C klettern kann. Die Durchschnittstemperatur liegt im Sommer bei 16,4 °C. Die Abende und Nächte können allerdings auch dann sehr kühl werden, sodass ein warmer Pullover bzw. eine Jacke in jedes Reisegepäck gehört. Als Urlauber sollte man stets auf einen Wetterumschwung und Regen gefasst sein. Bekannt ist Estland für die „Weißen Nächte“ – aufgrund der nördlichen Lage kann man im Juni bis zu 19 Stunden Tageslicht genießen, die ganze Nacht bleibt es dämmerig.

Fast 70 Prozent der Esten wohnen in Städten. Die Hauptstadt Tallinn, die auch unter dem alten Namen Reval bekannt ist, hat etwa 400.000 Einwohner und liegt an der Nordküste. Sie ist Touristenmagnet und Wirtschaftszentrum. Weitere bedeutende Städte sind die Universitätsstadt Tartu (100.000 Einwohner), Narva (65.000 Einwohner) im äußersten Nordosten, Kohtla-Järve (45.000 Einwohner) und das Seebad Pärnu (45.000 Einwohner).